Zulange rumgeeiert
By Abalathes | May 14, 2012
Na, da bin ich aber mal richtig unaufmerksam gewesen. Und damit meine ich nicht diese widerliche Blumenwiese, die ich aus Versehen in der schönen Unterstadt verteilt habe, sondern, die Tatsache, dass dieser merkwürdige Frühlingswein, den ich im Postfach vorgefunden habe, auch das einzige war, was darin zu finden war. Anscheinend ist das Frühlingsfest wohl doch schon länger als dreißig Tage her und nun hat die Post alle meine Rücksendung und meine Einnahmen vom Auktionshaus eingestampft. Das ist sehr ärgerlich, da ich ohnehin nicht allzuviel Gold besitze. Das einzig positive daran ist, dass ich so wenigstens erstmal einer lästigen Pflicht entledigt bin und nicht ständig zurück in eine Hauptstadt reisen muss.
Derart erleichtert mache ich mich auf den Weg nach Vashj’ir, wobei ich erst einmal den Artikel über Vashj’ir in meinem großartigen Meisterwerk berichtigen muss, denn Vashj’ir besteht ja in Wirklichkeit noch aus drei Unterregionen. Zuerst reise ich in den Tang’tharwald und mache dort Jagd auf Nagar, einen unhaimlich riesigen Haifisch, der allerdings noch harmlos ist gegen den riesigen Walhai, der dort ebenfalls in der gegend herumschwimmt. Ich sprenge Nagar zuerst seine Zähne aus dem Maul und spieße ihn dann mit einer riesigen Harpune auf. Anschließend besorge ich für Budd noch einen Zinnplättler, der mir aber leider am Ende doch irgendwie kaputt geht.
Anschließend schwimme ich der Tiefenströmung folgend in die Schimmernden Weiten dort besiege ich die Strauchdiebe der Rotkiemen und rette einige Anhänger von Nespirah vor dem Ertrinken. Dann geht es darum den Standort zu sichern und die Überwacher und die Patroullien der Azhir aus dem Gebiet zu vertreiben. Denn immerhin handelt es sich um ein historisches Gebiet mit einer Vergangenheit und vielen vielen Statuen. Naja, so historisch wertvoll kann es dann am Ende auch nicht sein, denn so sehr ich auch suche, fehlt am Ende eine Statue: meine.
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Rumgeeiert
By Abalathes | April 10, 2012
In Unterstadt erledige ich wieder einmal meine Auktionsgeschäfte. Dabei mache ich mir diesmal aus die Mühe, mal meine Vorräte aufzuräumen und beschließe, diese ganzen alten Äonenschatten und wie sie alle heißen, auf den Markt zu werfen. Ich hoffe, dass ich so in meinem Bankfach wieder Platz für den ganzen Tand bekomme, den ich derzeit mit mir herumschleppe. Außerdem versuche ich, meine handwerklichen Fähigkeiten zu verbessern und mache mich daher auf die Suche nach sogenannten Abflusskappen. Es stellt sich rasch heraus, dass es sich dabei nicht um mechanisches Zubehör handelt, sondern um kleine Pilze, die in den Abwasserkanälen von Unterstadt wachsen. Nach dem Sammeln der Pilze verlasse ich Unterstadt und stelle dabei fest, dass Unterstadt anscheinend die einzige Stadt ist, bei der die Abwässerkanäle nach außen ansteigen. Die Kanäle sind also extra so konzipiert, dass die Abwasser nach Unterstadt hineinlaufen und nicht etwa abfließen.
Von Unterstadt fliege ich gleich weiter nach Brill, um mich als Frühlingsernter zu betätigen und an der großen Eiersuche teilzunehmen. Als Hilfsmittel bekomme ich einen kleinen Korb, den ich benutzen kann, um schneller voran zu kommen. Allerdings verwandelt mich dieser Korb auch rasch selbst in einen kleinen Hasen. Das ist aber nicht weiter schlimm, außer dass es nun etwas schwieriger ist, an die höher gelegenen Eier heranzureichen.
Ein Allianz-Ei in der Großstadt Brill
(Screenshot aus “World of Warcraft”
von Blizzard Entertainment)
Brill scheint nicht der ergiebigste Ort für die Eiersuche zu sein, doch rasch habe ich eine Route ausgemacht, entlang der ich die Eierverstecke allesamt kennenlerne. Diese laufe ich immer wieder ab. Nur ab und zu muss ich innehalten, um all die gefundenen Eier zu öffnen und die Schokolade von den unsinnigen anderen Dingen zu trennen, die in den Eiern enthalten sind. Bei Sammeln bin ich schnell und rücksichtslos, aber trotzdem schnappt mir immer mal wieder jemand ein Ei direkt vor der Nase weg. In einigen Fällen sind das sogar Allianzler, die sich frecherweise in Brill herumtreiben, weil sie aus ihren primitiven Zuhause ein so fortschrittliches Fest wie das Frühlingsfest nicht kennen.
Nervig sind aber insbesondere die Hordler, die zu faul zum Suchen sind und sich an einer Stelle auf die Lauer nach neu erscheinenden Eier legen. Denn diese versuchen, sich quasi die Rosinen aus dem Eierkuchen zu picken und machen so immer wieder einen Teil meiner sorgsam geplanten Route nutzlos. Darum scheuche ich solche Faulen Hasen immer auf, wenn ich sie sehe. Einige sind zunächst etwas dickfellig. Doch wenn ich mich eine Weile dazu setze und ihnen die Eier vor der Nase wegschnappe, dann verstehen sie doch irgendwann, was ich meine. Denn ich kann so etwas leider nicht durchgehen lassen, weil ich 500 Eier sammeln muss, für die ich mir dann am Ende ein neues Reittier leisten kann.
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Treibgut sammeln
By Abalathes | April 1, 2012
Auf dem Meeresgrund gibt es eigentlich nur drei Sorten von Dingen Seeungeheuer wie zum Beispiel Laugenschuppenschlangen oder Klickschnapperzangen, verlorene Frachtstücke und andere teils verborgene Schätze und natürlich jede Menge Pulverfässer und Schießpulver. Kein Wunder, dass das Leben unter dem Meeresspiegel derart gefährlich ist. Zum Glück muß ich ohnehin schon wieder zurück nach Unterstadt, weil ich ansonsten meine Auktionswaren verlieren würde. Ich besitze einfach immer noch viel zu viel Kram. Einiges kann ich immerhin verkochen, zerschneidern oder auf Pergamentrollen zaubern, so dass mein Bankfach nun tatsächlich wieder ein paar freie Plätze aufweist.
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Metaebene: Geschichten aus dem Reallife
By Metaebene | March 26, 2012
In der letzten Zeit bin ich etwas weniger dazu gekommen, die Geschichte von Abalathes zu erzählen und der schwärzeste aller schwarzen Hexenmeister hat daher als einer der wenigen die Stufe 85 auch noch nicht erreicht. Doch das eröffnet jedoch bloß den Raum für zahlreiche noch offen stehenden Abenteuer.
Der Grund dieses Zeitmangels liegt darin, dass ich derzeit noch eine ganze Menge anderer Dinge schreibe und eines dieser Projekte ist nun zu einem Buch gereift. Es heißt “Würde ist ein Konjunktiv” und enthält 36 Kurztexte, die sich mit Politik, Alltag und menschlichen Problemen auseinandersetzen. Die Texte sind zumeist lustig geschrieben, haben aber nicht selten auch einen ernsten Hintergrund. Ich denke, wem mein Schreibstil hier bei Abalathes gefallen hat, dem wird das Buch viel Freude bereiten. Wer keine Ahnung hat, was mein Schreibstil ist, kann natürlich zuerst einmal die Abenteuer von Abalathes von Beginn an lesen ;-). Ein paar Textbeispiele von lustigen Texten kann man auch im Internet nachlesen: “For the Win“, “Piratenleben” und “Im Film haben sie immer Fortuna parat“.
Man kann das Buch direkt beim Blaulicht-Verlag bestellen, ansonsten kann es aber auch in der Buchhandlung oder bei Amazon bestellt werden. Es kostet 9,90 Euro und hat die ISBN: 978-3-941552-14-2. Das Buch eignet sich natürlich nicht nur zum Selberlesen, sondern auch als Geschenk. Und falls ihr nach dem Lesen genauso begeistert seit wie ich (oder halb so begeistert, denn das wäre immer noch ziemlich begeistert), wäre es klasse, wenn ihr das Buch ordentlich weiterempfehlt.
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Seepferdchen machen
By Abalathes | March 5, 2012
Nachdem ich in meinem Briefkasten in Unterstadt gleich drei Flaschen Bier von der “Bier des Monats e.V.” finde, bin ich fast nicht mehr in der Lage, meine Auktionen vernünftig durchzuführen. Aber irgendwie schaffe ich es dann doch, wobei ich sicherheitshalber Mondpreise für alle angebotenen Gegenstände verlange, damit ich nicht aus Versehen etwas zu billig verkaufe. Dann miete ich mir zur Ausnüchterung einen Flug nach Vashj’ir, denn man sollte nicht mehr selbst fliegen, wenn man zuviel getrunken hat.
Vor Ort kann ich endlich einmal diese Kampfschwimmerausrüstungen abgeben, die ich schon seit Ewigkeiten mit mir herumtrage. Anschließend ziehe ich mit Nazgrim und seinen Leuten in den Kampf gegen einige Nagas. Dank meiner Hilfe ist es kein Problem: die eine Hälfte vergifte ich mit meinem Alkoholatem und die andere Hälte erschlägt meine treue Teufelswache. Allerdings werde ich schlagartig wieder nüchtern, als ich während des Kampfes plötzlich entführt werde.
Da wir den Kampf trotzdem gewonnen haben, bleibe ich vor Ort, nachdem ich mich wieder befreit habe und lerne tatsächlich auf einer überaus niedlichen Meeresschildkröte zu reiten. Das ist sehr bequem, aber das Problem ist, dass die Meeresschildkröten sehr langsam sind und anscheinend auch sehr lecker - zumindest werden sie mir immer wieder von irgendwelchen blöden Haien aufgefressen.
Da das auf Dauer keine gute Lösung ist und Fliegen, Reiten oder Schwimmen unter Wasser doch immer etwas langsamer vonstatten geht, als ich es eigentlich gerne hätte, beschließe ich, nun endlich mal mein Seepferdchen zu machen, um mich künftig schneller unter Wasser bewegen zu können. Doch um so ein Seepferdchen zu bekommen, muss man sich zuerst eines dressieren, was jedoch nach einem kurzen wilden Ausritt erledigt ist.
Der Besitz eines Seepferdchen ist eine gute Sache, weil man schneller vorankommt und im Zweifelsfall vermutlich auch schneller wegkommt, denn hier in der Gegend treiben sich einige Allianzler herum. Aber ich lasse die niedrigstufigen 80er Allianzler am Leben und dafür werde ich im Gegenzug nicht von dem 85er Allianzler belästigt, der sich in der Höhler namens Schmugglerschmiss herumtreibt. Denn in diese Höhle muss ich ein paar Mal hinein um für Adarrah die Höhle zu erkunden und ihm dann ein paar Krabbentiere und seine sonstigen Freunde zu bringen. Außerdem versuche ich, ihm den Hort der Horde zu verkaufen, doch daran hat er leider genauso wenig Interesse wie ich.
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Du trägst keine Liebe in dir
By Abalathes | February 9, 2012
Es ist ja fast etwas anstrengend, wenn zwei Feste gleichzeitig stattfinden. Doch die ganze Mondfest-Feierei für die Urahnen ist kaum noch was für die jungen Leute. Klar die Lichteffekte haben immer noch Stil und das Abschießen von Feuerwerk kommt immer gut an, doch letztendlich wird das überlagert von dem ganzen Kommerz rund um das Fest “Liebe liegt in der Luft”. Ja, kein Wunder, wenn jeder Hanswurst mit einem Duftwasserspender herumläuft.
Da bin ich froh, dass ich durch den Tipp von Valadar Sternensang auf der Mondlichtung wenigstens eine vernünftige Kreatur treffe, die nicht auf Duftwasser steht und noch viel weniger auf Feuerwerk. Die Begegnung ist zwar etwas schmerzhaft, aber zumindest kann ich sagen: “Omen, Du trägst keine Liebe in dir” - und das ist durchaus als Kompliment gemeint.
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Von der Regentonne in den Heimathafen
By Metaebene | January 30, 2012
Meine Reise nach Vash’ir zieht sich doch wesentlich länger als ich gedacht habe, weshalb ich beschließe, zunächst einmal wieder eine Hauptstadt zu erreichen, weil mein Rucksack mittlerweile komplett voll ist. Ich muss daher dringend ein Auktionshaus aufsuchen, das ich auf jedes Goldstück angewiesen bin. Natürlich könnte ich einfach den Reisestein benutzen und sofort nach Orgrimmar zurückreisen, doch dann würde die ganze Reise ja nur wieder von vorne losgehen. Also beschließe ich zu meiner ersten Heimat zu reisen. Zur schönsten Stadt auf diesem Kontinent und auf allen anderen. Ich mache mich auf den Weg nach Unterstadt.
Unterwegs treffe ich ein Dutzend niedrigstufiger Allianzler in der Brennenden Steppe und im Ödland, doch lasse ich sie leben und erst mal noch ein bißchen wachsen. Viel interessanter finde ich die große Zahl von Flugpunkten, die man dort mittlerweile findet. Es scheint, seitdem jeder in der alten Welt fliegen kann wie er mag, scheint das Gründen einer kleinen Fluggesellschaft das Geschäftsmodell schlechthin geworden zu sein. Ich allerdings konzentriere mich zunächst darauf mir die Gegend anzuschauen, die sich seit meinem letzten Besuch ja doch merklich verändert hat. Nebenher mache ich ein paar archäologische Grabungen und erledige einige Aufträge wie zum Beispiel das Töten von Staubspeiern und deren Lehrern. Doch bevor ich mich hier wieder in die lokalen Probleme hineinziehen lasse, entscheide ich mich dann doch, einen Flug in die Hauptstadt zu buchen, der von hier immer noch eine ganze Weile dauert.
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Metaebene: Learning by doing
By Metaebene | January 3, 2012
Ich bin ja ein treuer WoW-Spieler, was schon allein daran liegt, dass ich meist nicht die Zeit habe, mir andere Rollenspiele genauer anzusehen. Trotzdem lese ich natürlich auch Artikel über andere Spiele und schaue Trailer, um mir einen Eindruck zu verschaffen. Als ich neulich ein Fan-Movie von Skyrim geschaut habe, war ich von der Grafik sehr beeindruckt und das einzige, was störte, war dass der Spieler im Video ständig unnötigerweise irgendwelche Lichteffekte erzeugte. Bis mir schließlich klar wurde, das er anscheinend versucht, beim Laufen nebenbei seine Zauberfähigkeit durch Anwendung der Zauber zu verbessern. In diesem Moment war Skyrim für mich gestorben, denn “Learning by doing” ist für mich eines der schlimmsten und abstoßendsten Konzepte im Rollenspiel.
Dabei ist die Grundidee nicht mal schlecht, sondern erscheint auf den ersten Blick sogar zwingend zu sein, denn wie sollte man denn etwas lernen, wenn man es nicht anwendet? Ist doch im wirklichen Leben auch so. Zum Glück ist, dass aber kein zwingender Grund, das dann auch in ein Spiel zu übernehmen, denn auch wenn das Konzept realitätsnäher ist, hat es ein paar entscheidende Nachteile, die für mich eine Menge Spielspaß nehmen. Diese Erfahrung habe ich zuerst bei “Harnmaster” gemacht, das mich schließlich so angeödet hat, dass ich danach auf Jahre die Pen&Paper-Rollenspiele beiseite gelassen habe. Später wurde das Konzept immer mal wieder in Computer-Rollenspielen aufgegriffen, die ich dann auch nicht lange gespielt habe.
Im Prinzip gibt es zwei Dinge, die ich als Nachteil empfinde. Das erste ist, dass sich das realistische Konzept beißt mit dem Anspruch, im Spiel aufzusteigen und besser zu werden. Man muss kein Hardcore-Nerd sein, um die Freuden eines Stufen- und Fähigkeitenanstiegs zu schätzen zu wissen und nur den eingefleischtesten Rollenspiel-Rollenspielern wird eine solche merkliche Charakterentwicklung komplett nebensächlich sein. Wenn die Steigerung jedoch durch Anwendung erfolgt, dann muss man ständig anwenden, wie der Spieler im oben genannten Video. Bei Ultima meine ich mich zu erinnern, dass man stundenlang sinnlos Wälder abgeholzt hat, um Stärke zu steigern und ständig hackt und zaubert man, um endlich seine Fähigkeiten so weit zu entwickeln, dass sie im Ernstfall dann brauchbar sind. Was mich also konkret stört ist, dass man dazu verleitet ist, stupiden monotonen Unsinn zu tun, um etwas zu erreichen.
Der zweite Nachteil tritt hauptsächlich ein, wenn das System versucht, den oben genannten Nachteil dadurch einzuschränken, dass nur “sinnvolle” Aktionen zu einem Lerneffekt führen. Das geht dann völlig in die Hose, denn zum einen wird die gewonnene Realität dabei wieder über Bord geworfen. Wenn ich einen Baum zum Bau eines Bootes oder für ein Lagerfeuer fälle, lerne ich etwas, wenn ich hundert Bäume aus Lust und Dollerei umhaue, ist der Lerneffekt nicht vorhanden? Das ist nicht nur unlogisch, sondern führt auch zu endlosen Diskussionen mit dem Spielleiter, ob eine Aktion sinnvoll war und zu Verrenkungen der Spieler, wie man die eigenen Aktionen irgendwie als sinnvoll verkaufen kann. Für ein Computerrollenspiel ist es noch schwieriger, “sinnvoll” und “unsinnvoll” zu trennen und hier kann ein Spieler nicht einmal mehr diskutieren, wenn er anderer Meinung ist.
Wenn dann trotzdem nur “sinnvolle” Aktionen zählen, führt das zu einer sehr eingleisigen Charakterentwicklung. Denn die Dinge, die man kann und regelmäßig benutzt, werden immer weiter gesteigert, wenn man jedoch etwas Neues lernen will, hat man eine endlose Durststrecke, bis man mit der neuen Fähigkeit mal irgendetwas reißen kann. Denn niemand benutzt die neuerworbene Axt im Kampf gegen die Monsterübermacht, wenn er eigentlich Fernkämpfer ist, es sei denn, er ist sehr schmerzbefreit was eigene Tode angeht. Bei fremden Toden wird es dann noch schwieriger und der neu selbsternannte Heiler wird es schwer haben, verletzte Gruppenmitglieder zu finden, die sich seinen Quacksalberfähigkeiten aussetzen, wenn es doch Heiltränke und professionelle Heiler gibt.
Auch WoW verwendet zum großen Teil Learning by Doing und tatsächlich sind das auch die Spielbestandteile, die komplett missraten sind. Wer eine neue Waffenfähigkeit lernt, macht eben eine Weile keinen Schaden, weil er niemanden trifft. Weil WoW jedoch sehr spielerfreundlich ist, stirbt man bei den meisten Mobs wenigstens nicht (oder geht in irgendein Startgebiet), sondern muss nur eine Stunde sinnlos Zeit verschwenden. Beim Angeln ist es genauso, wobei der Zeitaufwand eher in Spieltagen zu messen ist. Ausgerechnet das Handwerk ist noch einigermaßen gelungen, weil es einen Materialaufwand erfordert und damit eigentlich ein Kauf- und Investitions-Lernen ist. Das sinnlose Herstellen dutzender gleichartiger Gegenstände ist da eben nerviges Beiwerk.
Alles in allem ist Learning by doing also eine tolle Idee, die einfach nicht gut funktioniert. Den Realismus, den sie auf den ersten Blick verspricht, kann sie auf den zweiten Blick nicht einlösen. Und Realismus hat irgendwo auch Grenzen, denn niemand möchte ernsthaft, dass sein Lieblingsheld mitten in der Instanz vor einem Bosskampf die Gruppe für eine Viertelstunde mit den Worten verläßt: “Kann gleich weitergehen, aber Durkan der Große muss eben mal für kleine Krieger.”
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